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Körpersprache: Was das Äußere über uns sagt




Die menschliche Kommunikation besteht aus Inhalt und Ausdruck. Aus unseren Worten, unserer Stimme und vor allem auch aus unserer Körpersprache entsteht das Bild unserer Persönlichkeit.

Viel sagen ohne Worte

Durch unsere Körpersprache können sich andere ein genaues Bild von uns und unseren Einstellungen machen. Doch wieso ist das so?

Unsere Sprache vermittelt hauptsächlich Inhalte. Über unseren Körper übertragen wir aber unsere Emotionen und Einstellungen. Sie werden bewusst und unbewusst gesendet und empfangen.

Unsere Mimik und Gestik, unsere Kleidung, ja selbst die Umgebung in der wir uns aufhalten, vermitteln auf diese körperliche Art und Weise Informationen über uns selbst. Informationen, wie wir uns gerade fühlen, wie wir empfinden und welches Gefühl wir zu unserer Umgebung haben. Wir sprechen mit unserem Körper eine ganz eigene Sprache. Unsere Körpersprache können wir, genauso wie mit der verbalen Sprache, bewusst einsetzen und steuern. Somit ist es äußerst ratsam, sich einmal mit der eigenen Körpersprache intensiv auseinander zu setzen.

Sehen was gesagt wird

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“ (Christian Morgenstern)

Um uns ein erstes Bild davon zu machen, wer unser Gegenüber ist, benötigen wir nur die Zeitspanne eines Blinzelns. In dieser kurzen Zeit bewerten wir die Haltung und die äußere Erscheinung, aber auch die Gestik und die Mimik des anderen. Es ist eine evolutionstechnisch wichtige Kompetenz des Menschen, der hiermit sein Fortbestehen gesichert hat, denn in diesem Moment entscheiden wir, ob der andere Freund oder Feind ist. Wir entscheiden, ob wir fliehen oder kämpfen müssen oder der anderen Person mit offenen Armen entgegen treten können. Lächelt die betreffende Person etwa oder starrt sie uns erschrocken an? Verschränkt sie die Arme vor der Brust oder streckt sie uns diese herzlich zur Begrüßung entgegen?

Ihre Körpersprache ist äußere Rede mit großem Wortschatz

Unsere Körpersprache setzt sich aus vielen verschiedenen Elementen zusammen, die durch ihr Zusammenwirken den Gesamteindruck ausmachen. Man unterscheidet dabei zwischen Signalen, die mit bloßem Auge erfassbar sind und welchen, die nur durch Zeitlupen-Aufnahmen oder Filmwiederholungen sichtbar gemacht werden können.

Wichtig ist aber auch zu wissen, dass wir nicht alle unsere äußeren Signale steuern können. Unser Lächeln, gezielte Blicke oder das bekannte „Pokerface“ sind Dinge, die wir in vielen Situationen gezielt einsetzen und beeinflussen können. Viele Signale, die ganz unbewusste Reaktionen auf unsere Umwelt sind, entziehen sich aber  unserer Kontrolle. Um authentisch und vertrauenswürdig zu wirken, sollten wir uns dessen immer bewusst sein.

Grundsätzlich lässt sich die nonverbale Kommunikation in diese sechs Elemente unterteilen:

Die Körperhaltung

Aus der äußeren Haltung lässt sich oft unsere innere Haltung herauslesen. Hierbei ist vor allem die Dimension von Spannung und Entspannung, Offenheit und Verschlossenheit ein wichtiger Faktor. Stehe ich aufrecht oder hänge ich herum. Wippe ich nervös mit den Füßen oder bewege ich mich ruhig und sicher. Gut ist es, eine angemessene Haltung zu entwickeln, mir und meinen Bedürfnissen gegenüber, aber auch zu meinem äußeren Umfeld.

Die Gestik

Unter Gestik wird die Ausdrucksbewegung durch Hände, Arme und Kopfbewegung verstanden. Hierbei werden verschiedene Klassen, wie beispielsweise redebegleitende Bewegungen oder Gesten innerhalb eines bestimmten Kulturkreises, unterschieden. Sie erfolgen vor allem, um die Sprechsprache zu unterstreichen. Durch gezieltes Üben können Sie Gestik kompetent zu ihrem Vorteil einzusetzen und auch die Gestik Ihres Gegenübers besser deuten.

Die Mimik und der Blickkontakt

Mimik ist die Gestik unseres Gesichts. Mund und Augen, ja die gesamte Muskulatur unseres Gesichtes, sendet unablässig Signale, die wir lesen und auch gezielt einsetzen können. Der Blickkontakt dient hierbei vor allem dem Erkennen von Gefühlszuständen und dem Herstellen von Beziehung. Zuviel Blickkontakt kann allerdings als aufdringlich, zu wenig hingegen als schüchtern und inkompetent, empfunden werden. Es kommt auf das richtige Maß an, wenn wir authentisch sein wollen.

Äußere Erscheinung – der Gesamteindruck

Die äußere Erscheinung spiegelt sich in unserer Kleidung, im Körperbau, den Accessoires, sogar in der Pflege von Haar und Haut wider. Aufgrund dieser ersten Informationen wird auf das soziale Verhalten, auf Kompetenzen, Erfolg und den Charakter geschlossen. Wie attraktiv jemand eingeschätzt wird, beeinflusst die Beziehung zwischen Menschen und auch deren gesamtes Kommunikationsverhalten.

Distanzverhalten

Das Distanzverhalten besteht aus dem zwischenmenschlichen Distanzverhalten und der Positionierung im Raum. Geht eine Person auf sozialer Ebene auf Sie zu oder versucht Sie, größeren Abstand zu wahren? Hierbei unterscheidet man verschiedene Zonen, von der Intim-Distanz bis hin zur öffentlichen Distanz. Wie groß der Abstand im Einzelnen ist, hängt allerdings stark von der Kultur der betreffenden Personen ab. Auch die Positionierung im Raum sagt viel über die betreffende Person aus. Bewegen Sie sich sicher im Mittelpunkt oder suchen Sie eine Außenposition und halten sich abseits?

Kultur und Prägung

„Andere Länder, andere Sitten“

Das bedeutet nichts anderes, als dass Körpersprache auch kulturell bedingt ist.
Beispielsweise die Begrüßungsgeste ist stark abhängig von Land, Religion oder dem Kulturkreis. Gilt in vielen Ländern, wie z.B. in Deutschland, die Zusammenführung von Zeigefinger und Daumen als Zeichen für „Okay“, wird diese Geste in weiten Teilen Südamerikas hingegen als schlimme Beleidigung aufgefasst. Selbst der weit verbreitete Handschlag hat seine Tücken. Anders verhält es sich allerdings mit den sieben Basisemotionen Zorn, Trauer, Freude, Ekel, Verachtung, Angst und Überraschung, die überall auf der Welt gleich ausgedrückt werden. Somit können Sie mit Ihrem Lächeln überall auf der Welt überzeugen.

Was heißt das für uns?

In vielen Situationen ist es hilfreich, sich klar zu machen, wie wir auf andere Menschen wirken wollen! Denn unser Auftreten beeinflusst die Meinung, die sich andere über uns bilden. Nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf privater Ebene, prägt die Körpersprache das Leben entscheidend mit.

Eine kleine Übung, die Sie einfach ausprobieren können

Unsere Körpersprache überträgt zum einen unsere Emotionen nach außen. Gleichzeitig beeinflussen aber unsere Bewegungen und unsere Haltung  auch unsere innere Verfassung. Wenn Sie also merken, dass Sie in einer angespannten Situation verkrampfen und nervös agieren, versuchen Sie einmal ganz bewusst weiche, ruhige und gerne auch größere Bewegungen zu machen.  Mit diesen Bewegungen können Sie nicht nur Ihr Umfeld besser erreichen, sondern sich selbst auch.

Bis dahin!

Ihre Dagmar Jesussek

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